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Eduard
Wer hätte nicht das Buch „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë
gelesen oder zu mindestens den Film gesehen. Eine mit Gefühlen vollgepackte
Geschichte mittelmäßigen Aufbaus und Stils, die sich hervorragend für einen
Hollywood-Herz-Schmerz-Film eignet, literarisch kaum Erwähnung verdient, aber
dem aufmerksamen Leser wichtige Informationen über die wohlhabende Mittel-
und Oberschicht in den 1840-er Jahren des englischen Flachlandes bietet.
Die Hauptperson, ein Waisenkind namens Jane, trifft einen
Mann. Und genau diese Figur soll im Mittelpunkt unseres Interesses stehen.
Eduard Rochester ist der zweite und jüngere, männliche Sprössling einer
reichen Familie. Der Vater will den Familienbesitz zusammenhalten und macht
den Älteren zum Alleinerben. Der Jüngere, Eduard, wird mit einem nicht gerade
kleinen Vermögen in die Karibik geschickt, um sein Glück zu machen.
Dass der damalige Adel dem ersten Sohn alles übergab und
die anderen männlichen Kinder anderweitig ihr Glück als Geistlicher oder
Offizier in der Armee usw. versuchen mussten, war in ganz Europa üblich. Aber
warum schickte England seine Jungs Übersee und die Karibik, nach Afrika,
Asien oder Australien?
Nachdem nach 1588 die spanische Hoheit auf dem Meer
gebrochen war, begann das englische Inselvolk seine Kolonien in der ganzen
Welt auszubauen. Diese Vorhaben wurden nur manchmal direkt von der englischen
Krone angefangen, in den meisten Fällen handelte es sich um
Privatinitiativen. Die jungen wohlhabenden suchten sich ein Schiff, heuerten
eine Mannschaft an und fuhren ausgerüstet mit einem Freibrief des Königs oder
der Königin, der sie dazu berechtigte im Namen Englands sogenannte herrenlose
Gebiete in Besitz zu nehmen, ihrem Ziel zu.
Dort angekommen steckten sie ein bestimmtes Gebiet ab,
töteten oder machten sich die Eingeborenen Untertan, dann wurden mit der fast
kostenlosen Arbeitshilfe der Eingeborenen oder von Sklaven Kaffee, Tee,
Tabak, Kakao, Baumwolle, Gewürze usw. angebaut.
War das Unternehmen erfolgreich, fanden sich bald
englische Handelsschiffe ein, um die Ernte in die ganze Welt zu verfrachten.
Später ließen sich noch andere in der Nachbarschaft nieder, ein Hafen mit
militärischem Stützpunkt wurde errichtet.
Nach einer gewissen Zeit schlossen sich verschiedene
solche Kolonien zusammen und gründeten eigene Schifffahrtsgesellschaften, wie
zum Beispiel die Britische Ostindien-Kompanie, um den Transport zwischen
verschiedenen Kolonien und Europa abzuwickeln.
Für Probleme mit anderen Kolonialmächten oder
Eingeborenen waren dann die Privatarmeen dieser Organisationen oder die
britische, reguläre Armee zuständig.
Auf diese Weise entstand das britische Weltreich. Die
Liste der Kolonien ist schier unendlich, deshalb sollen hier nur die
wichtigsten genannt werden: ganz Nordamerika, Australien, Neuseeland,
Hongkong, Singapur, Indien, Pakistan, Südafrika, viele Teile der
Elfenbeinküste usw.
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Eduard
Sunday, 29 November 2015
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